Demo vor UAA

Heute (Sonntag, 3. August) fand zum Jahrestag des Atombombenabwurfs über Hiroshima und Nagasaki um 13.30 Uhr eine Kundgebung vor der UAA Gronau, Röntgenstraße, statt. Das Motto lautete „Hiroshima und Fukushima mahnen – für eine Welt ohne Atomwaffen und Atomenergie“. Auf der Kundgebung gab es u. a. Redebeiträge der japanisch-deutschen Gruppen Sayonara Genpatsu Düsseldorf und Antiatom-fuku sowie von der DFG-VK. Im Anschluss fand der traditionelle Sonntagsspaziergang an der UAA statt.

 

Mit der Kundgebung wurde ein klares Zeichen für das Verbot aller Atomwaffen und der Urananreicherung sowie für den Ausstieg aus der Atomenergie gesetzt. Hiroshima hat der Welt schlagartig klargemacht, welche Zerstörungskraft Atombomben besitzen. Genau 100 Jahre nach dem Beginn des 1. Weltkriegs und 75 Jahre nach dem Beginn des 2. Weltkriegs ist eine weltweite Ächtung von Atomwaffen aber noch immer in weiter Ferne.

2013 erklärte Michael Sailer, Chef der Entsorgungskommission des Bundes, unmissverständlich: „Die Urananreicherung ist der einfachste Weg zur Atombombe.“ Durch einen Diebstahl bei der UAA-Betreiberin Urenco gelangte in den 1970er-Jahren die Zentrifugentechnik zum Atombombenbau zunächst nach Pakistan und von dort dann weiter in den Iran und nach Nordkorea. Urananreicherung und Atombombenbau sind zwei Seiten derselben Medaille. Auch Deutschland kann sich seiner friedenspolitischen Verantwortung nicht entziehen. Urenco gehört zu einem Drittel RWE und E.ON und wird von der Bundesregierung kontrolliert.

Aber die Bundesregierung weigert sich die UAA Gronau stillzulegen. Im Gegenteil: Trotz der realen Gefahren der nuklearen Weiterverbreitung soll Urenco derzeit meistbietend, womöglich sogar an der Börse, verkauft werden. Das ist ein gefährlicher Irrweg. Nur die sofortige Stilllegung der UAA Gronau und der Urenco ist friedenspolitisch verantwortlich.

Foto 2 (20)

Und: In Gronau soll schon bald das erste zeitlich unbefristete Atommüll-„Zwischen“-Lager Deutschlands in Betrieb gehen, das zu vielen weiteren Urantransporten führen wird. 60 000 Tonnen Uranoxid sollen in einer Lagerhallle gestapelt werden, die nicht einmal gegen Flugzeugabstürze gesichert ist – damit die Urananreicherungsanlage Gronau trotz des offiziellen Atomausstiegs zeitlich unbefristet weiter den Atombrennstoff für jedes 10. AKW weltweit produzieren kann.

Das ist kein Atomausstieg!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.